Die Hirschbrunft

Ich weiß noch wie es früher im September -Oktober  so war, vor 35- 40 Jahren. Mein Vater war damals Förster in Johanniskreuz.  Und diese Jahreszeit war immer eine besondere Zeit. Da  wurden die Holzmacher bewusst von bestimmten Gegenden ferngehalten. Es gab Gebiete da musste Ruhe herrschen, weil dort war er. Dort hatte er sein Gebiet. Von wem ist eigentlich hier die Rede. Ich meine die größte Wildart die es bei uns im Pfälzer Wald noch gibt. Den Rothirsch (Cervus elaphus). Die Wahrscheinlichkeit das wir einen Hirsch bei unseren Wanderungen sehen ist wirklich sehr gering, da diese Tiere extrem scheu sind. Ich weiß das ich in den letzten Jahren gerade mal zwei Stück, aber auch nur Kurz gesehen haben. Im September bis Mitte- Ende Oktober ist die Brunftzeit des Rothirsches. Und wenn man sehr viel Glück hat, kann man das Röhren des Hirsches in der Dämmerung oder Nacht hören. ( Manchmal dort wo es sehr ruhig ist, vielleicht auch noch über Tag. Ich glaube aber das ist eher selten.) 

Ich wollte dieses Erlebnis jetzt endlich auch mal wieder haben . Ich fieberte dem Freitag nachmittag entgegen wo ich endlich wieder raus konnte. Es war sehr warn für diese Jahreszeit. Es waren so 15 -17 Grad am Tag und Nachts kühlte es auf 12 Grad ab. Ich machte mich mit meinen gepackten Rucksack gegen 15.00 Uhr auf und fuhr los. Mein Ziel war der Schindhübelturm. Das ist ein Holzturm ca 15 Meter hoch. Von dort oben hat man nicht nur eine tolle Aussicht, sondern man kann auch gut in die Täler die ringsum liegen hören.

Der Herbst stand vor der Tür, das sah man deutlich an den jetzt schon verfärbten Blättern . Einfach schön. Auf dem Turm angekommen genoss ich erst einmal die Aussicht.  Dann als es ringsum auch ruhiger wurden, baute ich mir mein Nachtlager auf. Ich hatte vor die ganze Nacht hier oben zu bleiben.

Es war so schön hier oben, weg von Hektik und Stress. Nach dem die Sonne unter gegangen war und es dunkel wurde, legte ich mich in meine Hängematte und es dauertet nicht lange bis ich weg döste. Nachts um drei Uhr wurde ich dann, aus meinem Dämmerzustand durch ein deutlich hörendes Röhren eines Hirsches geweckt. Da war es . Ich hatte Glück. Gerechnet hatte ich damit ehrlich gesagt nicht mehr. Ich konnte es immer wieder über einige Stunden hören ,bis es schließlich morgens um 5,30 Uhr  verstummte. Es war ein wirklich sehr schönes Erlebnis.

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