Von der Sächsischen Schweiz habe ich schon viel gehört und viele Videos auf You Tube gesehen. Das ich aber selbst dort einmal eine Wander Tour machen würde, lag in meiner Vorstellung sehr weit weg. Die Entfernung zwischen der Pfalz und der Sächsischen Schweiz war mir zu groß. Alleine die Anreise, oh nee ist mir zu weit. Aber man soll im Leben niemals nie sagen, denn eines Tages kam mein Freund Kevin mit der Idee um die Ecke, den seit April 2018 neu eröffneten Forststeig zu wandern.

"Klar machen wir"  sagte ich, und wusste noch überhabt nicht wo und was der Forststeig ist. Hauptsache wieder eine längere Tour draußen in der Natur. Doch die Aufklärung lies nicht lange auf sich warten, dank Kevin's Info und dem Internet. Also der Forststeig ist ein neuer Wanderweg in der Sächsischen Schweiz. Er hat eine Länge von 100 Kilometern und 2762 HM geht es hinauf, 2773 HM wieder hinunter. Ok, soweit so gut.

Wir legten dann Sonntags bei einer oder zwei Tassen Kaffee bei mir zu Hause die Reisezeit fest.  Der Forststeig ist in der Zeit von April  bis Ende Oktober geöffnet. Wir entschieden uns für die letzte Oktober Woche. Der Grund war einfach, denn da hatten wir beide Zeit. Letztes Jahr waren wir um diese Zeit auf dem Albsteig im Schwarzwald gewandert und hatte tolles Wetter, also warum sollten wir nicht auch in der Sächsischen Schweiz den goldenen Herbst erleben. Außerdem wird es um diese Zeit kälter und das mögen wir beide sehr. Aber auch dies hat einen Grund. Wir hofften um diese Zeit auf wenig Leute zu treffen. Die Reisepläne waren schnell gemacht und alles was nötig war gebucht. Der Plan war folgender: Anreise mit der DB von Kaiserslautern nach Bad Schandau am 26.10.2019. Eine Übernachtung in der Pension Hönel- Hof, damit wir  am nächsten Morgen entspannt die Tour beginnen können. Dann 6 Tage wandern auf dem Forststeig. Vor der Heimreise wollten wir noch einmal eine Nacht in der Pension Hönel- Hof verbringen. Die Planung war abgeschlossen und nun mussten wir nur noch auf den 26.11. 2019 warten um loslegen zu können. 

Endlich war der Tag gekommen und Kevin kam am Morgen mit dem Auto zu mir. Um 6:30 ging unser Zug nach Bad Schandau. Mit drei stündiger Verspätung waren wir dann endlich- nach fast 10 Stunden in unserer Pension. Am Bahnhof Bad Schandau haben wir noch unsere Tickets für die Biwak Plätze und Hütten gekauft. Aber dazu später mehr. Wir hatten ein tolles Zimmer, konnten aber beide fast nicht schlafen, da wir endlich los wollten. Am Morgen des 27.11. 2019 fuhren wir dann noch ein kurzes Stück mit dem Zug nach Schöna. Es war dann  ca 9:30 Uhr als wir dann endlich am offiziellen Startpunkt vom Forststeig standen.

Die Sonne schien und wir waren gut gelaunt. Die Erste Etappe waren so 15 Kilometer, genau richtig für uns zum einlaufen. Sie ging von Schöna zum Biwak Taubenteich. 

Es ging durch einen herrlichen Herbstwald mit lichtdurchfluteten Gold-gelb-roten Blättern. Einfach herrlich! Vorbei an den ersten Felsen. Natürlich ging es auch Berg auf und Berg runter. Aber sowas macht uns nichts aus. An der Ziskaquelle füllten wir das erste mal unsere Wasserflaschen wieder auf, bevor wir den ersten größeren Berg erklommen. Den großen Zschirnstein. Mit 560 HM war dieser Berg die höchste Erhebung für diesen Tag. Leider zog sich der Himmel zu als wir oben ankamen. Wind und Regen begrüßten uns.  Also war der Aufenthalt dort nur von kurzer Dauer. Wir fanden es schade, dass wir nicht noch ein wenig länger die Aussicht genießen konnten. Damit wir nicht zu sehr auskühlten und krank wurden, gingen wir weiter. Der Pfad ging von da an immer an der Grenze zwischen Tschechien und Deutschland  entlang. Weiße Grenzsteine und gelbe Markierungen zeigten uns den Weg. Es war wieder ein herrlicher Abschnitt, den wir erwandern durften.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit waren wir dann am Übernachtungsziel. Dem Taubenteich Biwak

Außer uns waren noch ein einzelner Wanderer und ein Paar auf dem Taubenteich Platz. Zu unserem Glück übernachteten die aber in ihren Zelten und somit war die Biwakschachtel frei. So mussten wir die  nur aufklappen und unser Nachtlager war schnell aufgebaut. Kevin und ich waren ziemlich fertig und waren froh kein Tarp oder Zelt mehr aufbauen zu müssen. Es dauerte auch nicht mehr sehr lange und wir lagen müde aber zufrieden in unseren Schlafsäcken.

Den Ersten Tag unserer Tour gibt es auch  hier auf Video

 Anmerkung zu den Biwakplätzen und Hütten.

Damit du auf einem Biwakplatz oder in einer Hütte übernachten darfst musst du einen kleinen Pflegebeitrag entrichten. Das geht wie folgt: Du musst dir ein Ticket/ Tickets kaufen z.B. Am Bahnhof von Bad Schandau oder über das Internet. Genaue Infos darüber findest du auf der Webseite vom Forststeig. Eine Hütte Kosten 10 Euro pro Nacht / Person und ein Biwakplatz 5 Euro pro Nacht / Person.

Der zweite Tag.

Vom Taubenteichbiwack nach ......

Die erste Nacht war schon mal recht kühl, um es milde auszudrücken. 2-3 Grad am morgen. Wir stiegen aus unseren warmen Schlafsäcken und bereiteten unser Frühstück zu. Da gab es nicht besonders viel zu machen. Erstmal Wasser kochen für Kaffee, dann gab es bei Kevin Haferkuchen und bei mir Porridge. Mit der aufgehenden Sonne zog auch der Nebel über den Taubenteich und die Wiese war mit Raureif überzogen. Ein herrliches Bild.

Schon bald waren wir wieder auf dem Trail. Auf einem schönen schmalen Pfad ging es noch ein Stück an der Grenze entlang. Kurz hinter dem Taubenteich füllten wir noch einmal unserer Wasserflaschen auf, denn wir wussten nicht was wir unterwegs so an Wasserquellen finden würden. Kam überhaupt noch eine? Also alles voll machen, auch wenn dies mehr Gewicht bedeutete.

Das Wasser zogen wir einfach aus einen Bach hinter dem Taubenteich. Natürlich haben wir es gefiltert. Wir verwendeten dazu unseren neu zugelegten Katadyn Hiker Pro. Das ganze war durch die große Förderleistung des Filters schnell erledigt und schon bald zogen wir weiter.

Kevin ging mir voraus. Entlang an einer Hangkante. Plötzlich rutsche er auf einer glatten Wurzel aus und verlor sein Gleichgewicht. Er fiel hin und überschlug sich sogar bis er etwa zwei bis drei Meter tiefer in einer Kuhle lag. Was zuerst lustig aussah, war aber gar nicht lustig, denn es stellte sich die Frage ob er verletzt ist?! Zuerst lag er da und rühte sich nicht mehr. Während ich meinen Rucksack vom Rücken warf um zu ihm zu eilen, rief ich ihm zu und fragte ob er sich weh getan hätte. Dann der zweite Schock, es kam ein ja. Scheiße!!- dachte ich nur... Ich sah mich schon zurück  rennen um Hilfe am Taubenteich Biwak zu organisieren. Doch Gott sei dank stand Kevin bald wieder auf den Beinen und kam mit einer Prellung am Hüftknochen davon. Da ist er drauf gefallen. Die Schmerzen würden ihn wohl noch einige Zeit begleiten, aber er ging tapfer weiter. Bald verließen wir dann die Grenze. Der Weg des heutigen Tages führte fast komplett durch Tschechien. Die höchste Erhebung, also der höchste Berg war heute der Sneznik (Schneeberg 723 HM). Doch der Weg dorthin war auf der Seite unserer Nachbarn ziemlich Asphaltreich. Erst als wir am Fuße des Berges waren, ging es wieder auf steinigen Wegen und Pfaden weiter. Der Forststeig ist mit einer gelben Weg Markierung gekennzeichnet und am ersten Tag hatten wir auch keine Probleme diese zu finde. Doch seit wir die Grenze überschritten hatten, war nichts mehr von einer Markierung zu sehen. Auf unserer Karte fehlte auch der ganze Weg durch Tschechen. Dies bemerkten wir aber erst als wir schon unterwegs waren und bei einer Pause die Karte studierten. Uns machte das aber nichts aus, da wir auf meinem Navi noch alles als Back up hatten und so den Weg fanden.

 

Anmerkung zu Navigationsgeräten und Karten.

Achtung! Es gibt wohl auch für Navigationsgeräten zwei verschiedene GPS Daten die von einander etwas abweichen.

Ich habe mich auch mit den Betreuern des Forststeiges unterhalten und bekam für die Karten und den Weg in Tschechien folgende Info.

 

Kurz noch zwei andere Hinwiese:

 

Die Redaktion der Böhmekarte erfolgte bereits vor Eröffnung und enthält noch die Testroute vom Frühjahr 2017. Die Route haben wir im Ergebnis der Tests bis April 2018 noch an 12 Stellen verändert. Der Kartenverlag Böhme ist jetzt auch Forststeig-Partner und wird im kommenden Frühjahr wahrscheinlich eine Neuauflage herausbringen, in der dann die aktuelle Route eingezeichnet ist. Alternativ haben folgende Partner-Verlage aktuelle Karten:

http://www.sachsen-kartographie.de/shop_sk/index.php?cPath=36

https://www.bergverlag-roelke.de/forststeig/

https://www.forststeig.sachsen.de/forststeigfuhrer-und-kartenmaterial-im-handel-erhaltlich-4750.html

 

Die Route in Tschechien ist an einigen Stellen tatsächlich nicht so attraktiv, da hier in Abstimmung mit den tschechischen Kollegen überwiegend vorhandene Wanderrouten genutzt werden. Dies ist zum einen reliefbedingt und zum anderen auch den personell geringen Möglichkeiten unserer tschechischen Kollegen geschuldet, da die Betreuung zusätzlicher Wanderrouten und besonders, wenn diese schwer erreichbar sind, nur mit erheblichen Aufwand möglich ist (Hindernisse, Sperrung, Umleitung, Markierung etc.). Wir werden aber Ihre Hinweise auch für unsere gemeinsame Saisonauswertung nutzen.

 

Aber der Weg hoch zum Schneeberg ist schon atemberaubend, nicht nur weil er steil ist, sondern weil man mit jedem erklommenen Höhenmeter eine tolle Aussicht genießen kann (Wenn es das Wetter zulässt)

 

 

Nach einer Pause machten wir uns wieder weiter. Auch der Abstieg war sehr anstrengend, denn es ging über Steine und Felsen. Aber trotz der ganzen Anstrengung war der Berg das schönste Stück bis dato an diesem Tag. Denn schon bald mussten wir wieder auf eine Asphaltstraße. Zum Glück ging es nicht allzu lange und wir bogen wieder in den Wald ab. Unser weiterer Weg ging nach Ostrov. Da wäre normalerweise eine weitere Übernachtung eingeplant, wenn man die Tour in 7 Tagen läuft. Wir hatten aber nur sechs Tage eingeplant. Somit ließen wir Ostrov links liegen und wanderten weiter. Bald schon kamen wir zu einem gigantisches Felsenmeer.  Steine und hohe Felsen zogen uns in Ihren Bann.

Am späten Nachmittag kamen wir dann wieder an die Grenze. Sofort fanden wir da auch wieder die gelbe Wegmarkierung. Also waren wir wieder in Deutschland. Wir liefen noch einige Stunden bis wir  kurz vor der Dunkelheit eine Boofe zum Übernachten fanden. Es wurde nicht lange überlegt. Die Boofe war uns. Es dauerte nicht lange und wir schliefen in unseren Schlafsäcken zufrieden ein.

 

Den zweiten Tag unserer Tour gibt es auch hier auf  Video

Der dritte Tag 

Der Weg zur Kamphütte

Nach dem Frühstück wurde zusammengepackt und wir machten uns wieder auf den Weg. Die heutige Strecke war nicht ganz so weit, denn wir hatten ja schon "vorgelaufen". Als wir unser Lager verließen, verloren wir auch irgendwie unsere gelbe Markierung. Mit GPS folgten wir der Richtung in die es ging. Erst auf einem verlassenen Weg und dann ein Stück querfeldein bis wir wieder auf den Forststeig trafen.

Unser nächster größerer Berg oder Aussichtspunkt war der Zeisigstein. Nach ein paar Stunden erreichten wir diesen. Zuerst wollten wir an dem Rastplatz dort nur eine kleine Pause machen. Doch dann entschlossen wir, doch über die Eisenleiter auf den Felsen zu steige. Wie erwartet war die Aussicht nicht ganz so gut, weil Nebel in der Luft hing. Nach einem Eintrag ins Gipfelbuch verließen wir den Aussichtspunkt wieder und zogen weiter.

Nach einigen doch gut entspannten Kilometern kamen wir an der Kamphütte an. Was für ein Luxus uns da erwartetet wussten wir nicht.  Auf unseren Touren hatten wir vorher noch nie in Hütten übernachtet. Gespannt erkundeten wir die Hütte. Es gab zwei Schlafräume mit Stockbetten, und einen schönen großen Aufenthaltsraum mit einem gemütlichen Holzofen. Draußen war ein Holzlager mit Brennholz und die Biotoilette. Alles sah sehr sauber und gepflegt aus. Gegen Abend kam noch ein Forststeig Betreuer vorbei und sah nach dem Rechten. Bei einem kleinen Plausch gab er uns noch einige nützliche Infos und Tipps. An dieser Stelle möchten wir uns auch noch einmal bei dem gesamten Forststeig Team bedanken für ihre tolle Arbeit und Ihr Engagement. Ihr macht einen tollen Job.

 

Es war ein kurzer Wandertag. Den Rest des Tages nutzten wir um uns auszuruhen. Die nächsten Tage sollten noch anstrengend genug werden. 

Der Dritte Tag als Video

Der Vierte Tag

Die Strecke von der Kamphütte zur Rotsteinhütte.

Ganz früh morgens machten wir uns wieder auf den Weg. Die Sonne warf ihre ersten wärmedämmenden Strahlen auf die Erde, als wir wieder auf einem schönen schmalen Pfad ins Tal Richtung Ottomühle wanderten. Dort wollten wir uns noch eine Tasse Kaffee gönnen, doch leider war geschlossen.

Schon beim Abstieg begleiteten uns wieder riesige Felswände. Im Tal kamen wir an die Herkules Quelle. Dort füllte ich meinen stark reduzierten Wasservorrat wieder auf. 

Danach kamen wir wieder in ein großes Felsenmeer. Vor uns ragten die Herkulessäulen in den Himmel. Wir waren hin und weg. Überwältigende Riesen an Felssteine. Nach einem kurzen Aufenthalt zogen wir weiter. Schließlich hatten wir ja noch einige Kilometer vor uns.

Weiter ging es durch wunderschöne Natur bis hinauf zur Grenzplatte. Von dort hat man wieder eine wunderschöne Aussicht ins Tal und auf den Ort Ostrov. Das Wetter war gut, die Stimmung war top und wir waren gut in der Zeit.  So beschlossen wir runter nach Ostrov zu gehen um dort Mittag zumachen und etwas zu essen. Für uns waren das insgesamt  ca. 2 Kilometer mehr, aber was soll's. Das schaffen wir! Und ein gutes Mittagessen ist ja auch mal nicht schlecht. So kamen wir um 11,45 Uhr am Restaurant vom Campingplatz an. Doch dies war geschlossen. Verwirrt schauten wir uns um, denn uns wurde gesagt das heute geöffnet sein soll und man sehr gut und günstig da essen könne. Wir fanden dann heraus das die Gaststätte um 12.00 Uhr öffnete. Nach kurzer Beratung entschlossen wir uns, die viertel Stunde zu warten und genossen die Sonne. Nach dem dann geöffnet war und wir uns endlich einmal Beachtung verschafft hatten, kam ein paar Minuten später die Speisekarte. Es war gerade Saisonende und so war die Karte sehr klein und die Auswahl gering. Kevin und ich entschieden uns dann für eine einfache Wurst mit Brot und ein koffeinhaltiges Getränk. (Wasser mit Sirup). Die Wurst kam nach ca 10 Minuten und ich bin mir sicher vielen wäre der Hunger beim Anblick schon vergangen. Sie war Schwarz. Richtig Schwarz! Ok wir sind ja nicht voreingenommen und so haben wir sie auch gegessen. Ich muss sagen, sie schmeckte gut. Nachdem wir gegessen hatten, machten wir uns auch wieder weiter auf den Weg . Wir wollten ja auch keine weitere Zeit verlieren. Was wir bis dahin nicht wussten, es sollte uns die Pausen Zeit am Ende des Tages fehlen. Denn der Tag hielt noch einiges unvorhergesehenes für uns bereit.

Eigentlich lagen wir gut in der Zeit. Nicht zuletzt hatten wir dies einigen Kilometern an Schotterstraßen und breiteren Waldwegen zu verdanken. So machten wir an einem schönen Aussichtspunkt noch einmal eine kurze Pause. Wir konnten es uns ja leisten, dachten wir. Die Sonne schien und wir genossen die wärmenden Strahlen. Es dürfte so 15.00 Uhr gewesen sein als wir wieder aufbrachen. Die Rotsteinhütte konnte eigentlich nicht mehr weit sein. Wir sollten sie locker noch bei Tageslicht erreichen. Der Weg zog sich dann doch immer mehr. Wir liefen einen ausgefahrenen Forstweg den Berg hoch. Auffällig war aber, das wir schon lange keine Markierung gesehen hatten. Doch mein Navi zeigt an das wir richtig seien. Also liefen wir weiter obwohl uns das schon ein wenig seltsam vorkam. Aber wir hatten beide auch keine abgehenden Pfad oder Weg gesehen. Also weiter. Plötzlich trafen wir auf einen geteerten Waldweg. Das kann unmöglich stimmen sagten wir uns. Kevin holte die Wanderkarte hervor und versuchte unseren Standort herauszufinden. Das war aber gar nicht so einfach und es wurde so langsam dunkel. Wir beschlossen der Teerstraße bergab ein Stück zu folgen. Da war dann auch wieder die Markierung vom Forstteig. Aber da waren wir doch vorhin auch schon.  Wir sind im Kreis gelaufen. Oh je. Wir brauchten nun eine Entscheidung wie wir weiter machen. Außerdem benötigten wir einen Punkt an dem wir uns richtig orientieren konnten. Wir mussten dringendst unseren aktuellen Standort bestimmen. Also liefen wir weiter talabwärts, bis wir an einen Bach mit einer Kreuzung kamen. Kevin holte erneut die Karte hervor. Das Ergebnis war, dass wir nur ca 400 Meter Luftlinie von der Hütte weg waren. Doch wir konnten nicht einfach Querfeldein laufen. Es wurden immer dunkler. So beschlossen wir wieder an den Punkt zurück zu laufen wo wir die letzte Markierung gesehen hatten. Stirnlampen auf und los ging es. Inzwischen war es auch schon richtig dunkel geworden. Nach einer halben Stunde waren wir am letzten von uns gesehenen Markierungspunkt. Vorsichtig liefen wir weiter. Immer die Gegend ableuchtend nach der nächsten Markierung. Plötzlich sahen wir sie. Sie war links an einer Fichte. Wir hatten sie beim ersten Mal ganz einfach nicht gesehen. Ein wenig vom hohen gelben Gras verdeckt leuchtete die Markierung nun im Schein unserer Stirnlampen. Es war an der Abbiegung auch kein richtiger Abgang zu erkennen. Wir mussten zuerst eine kleine Böschung hoch klettern. Nicht viel, aber es reichte das man dahinter keinen Pfad vermuten würde, wenn man es nicht wusste. Da war er wieder der richtige Pfad. Nun konnte es aber auch wirklich nicht mehr weit sein. Und so war es dann letztendlich auch. Wir mussten nur durch einen kleinen Fichten Wald und dann über eine kahle Fläche. Diese hatte es aber noch einmal in sich, denn es ging wieder bergauf. Wir bewegten uns langsam und vorsichtig voran. Immer auf Sicherheit bedacht das uns hier nichts passiert. Ein Fehltritt war das letzte was wir nun gebrauchen konnten. Nach einer weiteren halben Stunde rief ich Kevin, der ca. 10 Meter hinter mir lief zu: "Ich glaube da ist sie!". Im Lichtschein meiner Stirnlampe sah ich vor mir etwas blitzen das  nach dem Ziel aussah. Noch 100 Meter und wir hatten endlich unser Nachtlager erreicht. Geschafft, glücklich über unsere Leistung und zufrieden genossen wir noch den Rest des Abends. Doch der Abend war nicht mehr so lange, denn wir fielen müde in unsere Schlafsäcke.

Der fünfte Tag

Von der Rotsteinhütte zur Nikolsdorfer Wände

Im Schein unserer Stirnlampen bereiteten wir uns am nächsten Morgen unser Frühstück in der Hütte zu. Die Temperaturen waren in der Nacht auf den Gefrierpunkt gefallen und wir waren froh, dass wir die Hütte doch noch erreicht hatten. Ansonsten hätten wir eine kalte Nacht überstehen müssen. Das wäre auch gegangen denn wir waren ja dafür ausgerüstet, aber so war es doch schöner und komfortabler. Als die Sonne aufging machten wir uns auch wieder auf den Weg. Es lagen wieder einige Kilometer (ca 18) vor uns bis zur Nikolsdorfer Wände. Auf diesem Stück ging es wieder ganz schön bergauf und ab. Belohnt wurden wir aber für unsere Anstrengungen mit herrlichen Aussichten von den verschiedensten Bergen und Aussichtspunkten. 

Über schöne Pfade kamen wir vorbei am Katzstein. Über eine Eisenleiter konnten wir auf den Felsen steigen, der uns wieder eine herrliche Aussicht bot. Dann ging es weiter über das Spitzsteinbiwak Richtung Niklosdorfer Wände. Immer wieder führte unser Weg an den imposanten Felswänden vorbei. Auch immer mehr der so bekannten Treppenstufen, die es hier gibt, muss man auf diesen Stück bewältigen. Die Anstrengung spürte ich dann auch, denn mein Knie fing an zu schmerzen. Dies war nicht sehr gut, da wir noch einige Kilometer zu bewältigen hatten. Also hieß es die Zähne zusammen beißen und den Schmerz ignorieren so gut es ging. Gegen 16:00 kamen wir dann erschöpft an dem neu eingerichteten Biwakplatz Nikolsdorfer Wände an. Dieser Platz wurde erst im April 2019 eingerichtet.

Der Platz liegt am Walderlebniszentrum Leupoldishain. Er ist wie alle Biwakplätze einfach gehalten, aber trotzdem schön. Da es dunkel und kalt wurde verzogen wir uns nach dem Essen auch wieder schnell in unsere Schlafsäcke. 

Der vorletzte Tag als Video

 

Der letzte Tag

Ich muss zugeben das diese Nacht nicht die beste war. Es wurde windig und meine Exped Isomatte war defekt. Da sind in der Nacht drei Kammern aufgepoppt und es gab ein sogenanntes Blowout. Die Liegefläche wurde dadurch alles andere als bequem. Auch Kevin hatte eine schlechte Nacht. In seinem Biwaksack bildete sich so viel Kondenswasser, dass dieser zu einer regelrechten Tropfsteinhöhle wurde.  Am nächsten Morgen war bei ihm alles nass. Sehr unangenehm bei dieser Kälte! Deshalb gab es dann ein schnelles Frühstück und bei Sonnenaufgang waren wir auch schon wieder auf dem Weg. 

Die letzte Etappe der Strecke bot wieder viele herrliche Aussichten. Zuerst ging es eine ganze Weile recht eben. Dann zog sich der Weg langsam aber sicher immer mehr nach oben. Je näher wir unserem ersten Berg kamen- dem Quirl- um so steiler wurde es. Der Weg zum Quirl hatte es schon sehr in sich. Wir hatten beide ganz schön zu kämpfen.

Vom Quirl ging es dann über den Goriscgstein rüber zum Papststein. Es regnete zwar nicht, aber es war ein heftiger Wind aufgekommen. Und so verweilten wir nicht zu lange auf den beiden Bergen um uns nicht noch einen Zug zu holen und uns zu erkälten. Auf dem Papststein gibt es noch ein Restaurant. Dort war es ein wenig windstiller und so genossen wir zum Abschluss der Tour jeder eine Tasse Kaffee und ein Stück Kirschkuchen. Lecker wieder so etwas nach 6 Tagen zu genießen. Die Tour endet eigentlich in Bad Schandau. Wir hatten aber unser Hotel in Krippen gebucht. Kippen ist gerade mal eine Ortschaft weiter. Von Papstsein führt auch ein Wanderweg, der Malerweg direkt nach Krippen. So beschlossen wir die Tour auch in Krippen zu beenden. Die letzten Kilometer ging es wieder bergab und dann ebenerdig bis zu unserem Untersumpft. Nach 6 Tagen und ca 100 Kilometern hatten wir die Forsteig Tour glücklich und zu Frieden beendet.

Unser Fazit: Der Forststeig ist ein sehr schöner, aber auch sehr anspruchsvoller Wanderweg. Wenn du ihn auch einmal laufen möchtest, bereite dich gut vor. Schau' das du gutes Kartenmaterial oder GPS hast mit dem richtigen Trek, denn an manchen Stellen ist der Weg nicht ganz so gut markiert. besondert in Tschechien. Über die Seite https://www.forststeig.sachsen.de/ kannst du dir alle Informationen besorgen. Du solltest auf jedenfalls Kondition haben und gutes Schuhwerk besitzen. Trittsicherheit ist von großem Vorteilt. Sei dir auch im Klaren das die 100 Kilometer kein Spaziergang ist , dann wirst du viel Spaß auf dem Forststeig haben.

Ich hoffe die Tour hat dir gefallen und wenn du vielleicht den Forststeig auch erwandern möchtest, dass ich dir ein paar Tipps geben konnte.