Der Wildnistrail Weiskirchen

"Jungs ich könnte am 2.2.2019 auf 3.2.2019 raus, wer von euch hat Lust und Zeit mit zu kommen" lautete die Anfrage meines Kumpel Stephan über den Messenger meines Handys. Und schon schossen mir die Gedanken durch den Kopf. Habe ich da Zeit? Ich kann da leider nicht ließ Kevin mein anderer Wandergeselle vermelden. Hm, ich kläre es ab und sage dir Bescheid, vertröstete ich Stephan erstmal, bevor ich ihm drei Tage später die Zusage schickte. "Ich bin dabei, aber du planst die Tour, den schließlich hast du auch eingeladen" schrieb ich zurück. Alles klar, ein paar Tage später schickte er mir den Link vom Wildnistrail Weiskirchen. Ok dort soll es also hingehen . Eine Tour im Saarland, dachte ich bei mir. 17,2 Kilometer lang, 456 Höhenmeter rauf und wieder 456 Höhenmeter runter.  Oh und er wird als schwer eingestuft. Na ja so wild wird es nicht werden, schließlich haben wir ja auch zwei Tage Zeit. Das wird gemütlich dachte ich bei mir. Ein paar Wochen später wurde ich dann eines besseren belehrt. Aber erst mal schön der Reihe nach. Samstage morgen um 7 .00 Uhr fuhr Stephan bei mir zu Hause vor um mich für die Tour abzuholen. Nach einer Tasse Kaffee verluden wir noch meinen Rucksack der für zwei Tage Trekking gepackt war. Und los ging es. Richtung Saarland.  Nach ca einer Stunde Fahrt tauchten die ersten Schneeflecken in der Landschaft auf.  Wir freuten uns schon, vielleicht auch noch ein wenig Schnee vor zu finden.  Auf dem Parkplatz in Weiskirchen angekommen, staunten wir nicht schlecht . Da lag doch mehr Schnee als wir gedacht hätten. Unser gute Laune Pegel war ja schon hoch, aber bei dem Schnee stieg er noch mal um einiges. Also Rucksäcke auf den Rücken und los ging es. Zuerst überquerten wir die Verkehrsstraße bevor wir im Wald verschwanden. Der Weg führte uns direkt auf einen schönen schmalen Waldpfad. Schon nach kurzer Wegstrecke erreichten wir das Naturschutz Gebiet Holzbachtal. Eingeschlossen von einer herrlichen Natur und Idylle fingen wir an die ersten Fotos zu machen.

Wir kamen nur langsam vor ran. Nur wenige Fußspuren waren im Schnee zu sehen und irgend wann waren auch diese verschwunden. Wir waren ganz alleine. Ganz nach unserem Geschmack. Wir folgten eine ganze Zeit dem Holzbach bis unsere Wege sich nach ca zwei Kilometern trennten.

Je tiefer wir in den Wald kamen und so mehr Schnee lag unter unseren Füßen, was unser voran kommen sehr erschwerte.  Zum Teil brachen wir 30 bis 40 cm in den Schnee ein und schon bald legten wir immer öfter eine kleine Pause ein. Auch die Höhenmeter ließen grüßen und zerrten an unseren Kräften. Aber alle Strapazen waren uns es wert, weil wir in einer so  schönen Gegend waren. Je höher wir kamen um so mehr Nebel kam auf. Der Wald verwandelte sich in ein nebelverhangener Märchenwald.

So gegen 16.00 Uhr reichte es für den Tag. Wir suchten uns einen schönen Lagerplatz nicht weit vom Trail und richteten uns ein. Stephan legte sich mit seiner Isomatte auf den Boden, während ich meine Hängematte zwischen zwei Bäumen aufspannte. Es war schon recht kalt.  Ungefähr knapp über dem Gefrierpunkt und so verzogen wir uns auch recht schnell nach dem Essen,  (bei Stephan gab es Cevapcici und bei mir Nudeln mit Hackfleisch)  in unsere Schlafsäcke. Nachts frischte der Wind kräftig auf und störte erheblich unsere Nachtruhe. Es war  bei mir eine eher schlechte Nacht und so war ich auch froh als das Tageslicht zurück kam. Irgendwann muss man aber auch bei dieser Kälte aus dem warmen Schlafsack.

Weil es noch so kalt war hielten wir uns auch nicht lange mit einem Frühstück auf, sondern bauten auch ziemlich zügig ab. Eine Tasse Kaffee und ein Bifi war unser Frühstück an diesem Morgen. Der Abbau gestaltete sich auch nicht ganz so einfach. Durch die minus 3 Grad die es in der Nacht waren,waren die Schnüre vom Tarp und der Hängematte gefroren. Auch das zubinden unserer sehr kalten Schuhe war nicht ganz einfach, den auch hier waren die Schnürsenkel gefroren und drohten zu reißen wenn man zu fest zuzog. Um ca 9.00 Uhr brachen wir wieder auf. Die letzten 10 Kilometer lagen nun noch vor uns . Wieder durften wir über herrlich Pfade und an Bachläufen entlang wandern. Nur ca 2 Kilometer breitere Waldwege waren auf diesen schönen Trail zu überwinden. Doch durch den Schnee fiel das kaum auf. Stundenlang durften wir uns wieder durch die Schöne schneebedeckte Natur kämpfen. Kämpfen schreibe ich deshalb, weil es doch sehr anstrengend war. Es war 14.00 als wir wieder am Auto waren. Geschafft , aber zufrieden verstauten wir unsere Rucksäcke wieder im Auto und fuhren nach Hause. 

 

Unser Fazit: Der Wildnistrail Weiskirchen ist ein sehr schöner Trail. Der Großteil des Weges wandert man auf herrlich, schmalen Pfaden. Die kurze Strecke die man über eine Forststraße läuft fällt kaum ins Gewicht. Man sollte aber schon etwas Kondition mitbringen. Es gilt nämlich euch einige Höhenmeter zu bewältigen. Gutes Schuhwerk und Trittsicherheit sollten auch nicht fehlen, wenn man diesen schönen Trail erwandert. Und ich gehe jetzt davon aus das ihr den zu einer Jahreszeit macht in der es kein Schnee hat. Übrigens hier ist Rucksackverpflegung angesagt. Wer uns noch einmal Visuell begleiten möchte kann die gerne hier tun